Wenn im Spätsommer die Tage spürbar kürzer werden, registriert der Pferdekörper diese Veränderung längst, bevor du das erste lose Haar in der Bürste findest. Der Fellwechsel wird nicht durch die Temperatur ausgelöst, sondern durch die abnehmende Tageslichtlänge – ein Signal, auf das der Organismus schon Wochen vor dem sichtbaren Wechsel reagiert. Wer erst dann an die Fütterung denkt, wenn das Winterfell bereits sprießt, hat einen entscheidenden Vorsprung verschenkt.
Warum der Fellwechsel früher beginnt, als man denkt
Die Steuerung des Fellwechsels läuft über die sogenannte Photoperiode: Sinkt die tägliche Lichtmenge, registrieren spezielle Rezeptoren im Auge diese Veränderung und lösen hormonelle Prozesse aus, die den Fellwechsel einleiten. Dieser Mechanismus setzt bereits ein, wenn die Tage im Spätsommer erst beginnen, kürzer zu werden – deutlich bevor du optisch etwas bemerkst. Der eigentliche sichtbare Fellwechsel im Herbst ist also nur der letzte, äußerlich erkennbare Teil eines Prozesses, der intern schon länger läuft.
Warum diese Phase den Körper besonders fordert
Ein komplettes Fell neu zu bilden ist für den Pferdekörper eine echte Kraftanstrengung. Haare bestehen zu einem großen Teil aus Protein, genauer aus dem Strukturprotein Keratin. Damit der Körper dieses in ausreichender Menge und Qualität bilden kann, benötigt er einen kontinuierlichen Nachschub an Aminosäuren – den Bausteinen, aus denen Keratin und andere Proteine aufgebaut werden. Fehlt es in dieser Phase an Nährstoffen, zeigt sich das oft an einem stumpfen, kraftlosen Fell oder einem Fellwechsel, der sich unnötig in die Länge zieht.
Gleichzeitig konkurriert der Fellwechsel mit anderen Ansprüchen an den Stoffwechsel – etwa der Regeneration nach der Turniersaison oder dem allgemeinen Energiehaushalt in der Übergangszeit. Ein Pferd, das ohnehin schon knapp versorgt ist, gerät durch den zusätzlichen Bedarf des Fellwechsels schnell in ein Defizit.
Warum jetzt der richtige Zeitpunkt ist
Nährstoffspeicher lassen sich nicht von heute auf morgen auffüllen. Wer mit einer gezielten Unterstützung wartet, bis das Winterfell bereits sichtbar wächst, kommt für den Aufbauprozess bereits zu spät. Sinnvoller ist es, schon im Spätsommer – während die hormonelle Umstellung im Körper längst begonnen hat – für eine ausreichende Versorgung mit hochwertigem Protein zu sorgen, damit der Körper beim sichtbaren Fellwechsel bereits auf gefüllte Reserven zurückgreifen kann.
Eine gezielte Ergänzung mit essenziellen Aminosäuren, wie sie in Amino Power enthalten sind, kann in dieser Vorbereitungsphase helfen, den erhöhten Bedarf zu decken und die körpereigene Keratinproduktion zu unterstützen.
Praktische Anzeichen, auf die du jetzt achten kannst
• Fellglanz und -struktur beobachten. Ein stumpfes oder sprödes Sommerfell kann ein früher Hinweis auf einen erhöhten Nährstoffbedarf sein.
• Fütterung schon jetzt überprüfen, statt erst zu handeln, wenn der Fellwechsel optisch sichtbar wird.
• Regelmäßiges Bürsten unterstützt nicht nur die Fellpflege, sondern hilft auch, den Beginn des Wechsels frühzeitig zu bemerken.
• Weitere Belastungen im Blick behalten, etwa Turnierstress oder die bevorstehende Futterumstellung von Weide auf Heu, da sich mehrere Anforderungen an den Stoffwechsel in dieser Jahreszeit überschneiden.
Fazit
Der Fellwechsel beginnt im Verborgenen, lange bevor er sichtbar wird. Wer die Nährstoffversorgung schon im Spätsommer auf den erhöhten Proteinbedarf ausrichtet, gibt seinem Pferd die Grundlage für einen zügigen, unkomplizierten Wechsel – statt erst zu reagieren, wenn das Fell bereits Mängel zeigt.
Hinweis: Dieser Beitrag ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei auffällig starkem Haarausfall oder ausbleibendem Fellwechsel sprich Rücksprache mit deinem Tierarzt.
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