Weniger Weide, mehr Heu: Wie du dein Pferd im Herbst richtig auf die Futterumstellung vorbereitest

Weniger Weide, mehr Heu: Wie du dein Pferd im Herbst richtig auf die Futterumstellung vorbereitest
Der Sommer neigt sich dem Ende zu, die Tage werden kürzer, und das Gras auf der Weide verliert an Nährwert. Für die meisten Pferde bedeutet das jetzt eine schrittweise Umstellung von frischem Weidegras auf Heu – egal ob dein Pferd im Offenstall lebt, tagsüber auf der Koppel steht und abends in die Box kommt, oder ganzjährig überwiegend im Stall gehalten wird. Was nach einer reinen Organisationsfrage aussieht, ist für den Verdauungstrakt tatsächlich eine der größeren Belastungsproben des Jahres. Wer den Übergang zu abrupt gestaltet, riskiert Koliken, Durchfall oder eine aus dem Gleichgewicht geratene Darmflora – Probleme, die sich mit etwas Planung fast vollständig vermeiden lassen.

Warum die Umstellung mehr ist als nur ein Futterwechsel

Auf der Weide frisst dein Pferd über den Tag verteilt kleine Mengen frisches, wasserreiches Gras. Sobald der Weideanteil sinkt, dominiert energiedichtes, trockenes Heu, das in größeren Portionen zu festen Zeiten gefüttert wird – ganz gleich, ob dein Pferd danach in eine Box, einen Offenstall-Unterstand oder zurück auf eine karger werdende Herbstweide geht. Für die Mikroorganismen im Dickdarm, die auf ein bestimmtes Nährstoffangebot eingestellt sind, bedeutet der veränderte Rohfaseranteil eine neue Verdauungsaufgabe. Eine zu schnelle Umstellung kann diese empfindliche Balance kippen, noch bevor du das erste Warnsignal überhaupt bemerkst.

Schrittweise statt abrupt: So gelingt der Übergang in jeder Haltungsform

Als Faustregel gilt: Plane für die vollständige Umstellung mindestens zwei bis drei Wochen ein. Reduziere die Weidezeit beziehungsweise den Weideanteil schrittweise, während du parallel die Heumenge langsam erhöhst. Wichtig ist dabei, dass dein Pferd nie ganz ohne Raufutter dasteht – ein leerer Magen begünstigt Magenschleimhautreizungen, unabhängig davon, ob es sich um ein Boxenpferd, ein Offenstallpferd oder ein Pferd mit Tagesweide handelt.
Ein paar Punkte, die den Übergang zusätzlich erleichtern – angepasst an die jeweilige
Haltungsform:
Offenstall: Achte darauf, dass an mehreren Stellen gleichzeitig Heu zur Verfügung steht, damit rangniedrigere Pferde nicht zu kurz kommen, während sich der Weideanteil reduziert. Witterungsschutz für das Heu ist im Herbst besonders wichtig, damit es nicht durchnässt und schimmelt.
Tagesweide mit Stall über Nacht: Hier lohnt es sich, die Weidezeiten selbst schrittweise zu verkürzen statt abrupt zu streichen, und die fehlenden Stunden durch zusätzliches Heu im Stall auszugleichen.
Überwiegende Stallhaltung: Kontrolliere besonders die Heuqualität, da hier kein Weidegang mehr als Ausgleich dient.
Wasserversorgung im Blick behalten, unabhängig von der Haltungsform. Weniger frisches Gras bedeutet weniger Flüssigkeitszufuhr über die Nahrung.
Bewegung nicht vernachlässigen, besonders wenn die Weidezeit sinkt. Das wirkt sich nicht nur auf die Verdauung aus, sondern auch auf Muskulatur und Kreislauf.

Der Darm als Fundament – und warum Aminosäuren dabei eine Rolle spielen

Eine intakte Darmflora ist die Voraussetzung dafür, dass dein Pferd Nährstoffe überhaupt effektiv verwerten kann – gerade in einer Phase, in der sich das Futterangebot grundlegend ändert, sei es im Offenstall, auf der Tagesweide oder im Stall. Wird die Verdauung durch die Umstellung beansprucht, sinkt häufig auch die Aufnahmefähigkeit für wichtige Bausteine wie essenzielle Aminosäuren. Diese sind jedoch unter anderem für die Muskulatur unverzichtbar, die im Herbst durch sinkende Weidezeit und Bewegung ohnehin schon weniger gefordert wird. Eine gezielte Unterstützung mit hochwertigen Aminosäuren, wie sie in Amino Power enthalten sind, kann in dieser Übergangszeit helfen, den erhöhten Bedarf zu decken, ohne den ohnehin belasteten Verdauungstrakt zusätzlich zu fordern.

Fazit

Ob Offenstall, Tagesweide oder überwiegende Stallhaltung – der Übergang vom Weidegras zum Heu verläuft für die meisten Pferde unauffällig, solange er genug Zeit bekommt. Wer die Futterumstellung über mehrere Wochen streckt, die Besonderheiten seiner Haltungsform berücksichtigt und den erhöhten Nährstoffbedarf im Blick behält, macht den Übergang für seinen Vierbeiner spürbar leichter.

Hinweis: Dieser Beitrag ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei bestehenden Vorerkrankungen oder Unsicherheiten sprich die Futterumstellung individuell mit deinem Tierarzt ab.

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