Sommerfütterung beim Pferd – worauf sollte man achten?
Sommer – eine besondere Herausforderung für den Pferdeorganismus
Warme Temperaturen, lange Tage und häufig intensives Training oder Turniere stellen den Stoffwechsel des Pferdes vor besondere Herausforderungen. Während die Weiden reichlich Futter bieten, verändern Hitze und vermehrtes Schwitzen den Bedarf an Wasser und bestimmten Nährstoffen.
Mit einer angepassten Fütterung und einem guten Management können Pferdehalter ihr Pferd optimal durch die Sommermonate begleiten.

Frisches Weidegras – wertvoll, aber nicht immer ausreichend
Viele Pferde verbringen im Sommer mehrere Stunden auf der Weide. Frisches Gras liefert Energie sowie verschiedene Vitamine und Mineralstoffe. Dennoch ersetzt Weidegras nicht automatisch eine ausgewogene Versorgung.
Je nach Bodenqualität, Witterung, Nutzungsintensität der Weide und Arbeitsleistung des Pferdes kann der Bedarf an einzelnen Nährstoffen variieren. Besonders Sportpferde oder Pferde im intensiven Training haben häufig andere Anforderungen als Freizeitpferde.
Ausreichend Wasser ist das A und O
An heißen Tagen steigt der Wasserbedarf deutlich an. Ein Pferd kann – abhängig von Temperatur, Körpergewicht und Belastung – täglich 40 bis 60 Liter oder sogar mehr trinken.
Achten Sie deshalb darauf, dass:
- jederzeit frisches Wasser zur Verfügung steht,
- Tränken regelmäßig gereinigt werden,
- das Wasser nicht übermäßig erwärmt ist.
Bereits ein leichter Flüssigkeitsmangel kann die Leistungsfähigkeit beeinträchtigen.
Heu bleibt die Grundlage
Auch wenn die Weiden im Sommer reichlich Futter bieten, sollte hochwertiges Heu weiterhin einen wichtigen Bestandteil der Ration bilden. Raufutter unterstützt eine gesunde Verdauung und sorgt für eine gleichmäßige Beschäftigung des Pferdes.
Fütterungszeiten an die Temperaturen anpassen
Viele Pferde fressen bei großer Hitze weniger. Größere Kraftfutterrationen werden deshalb häufig besser in den frühen Morgen- oder späten Abendstunden aufgenommen, wenn die Temperaturen angenehmer sind.
Auch das Training sollte – wenn möglich – in die kühleren Tageszeiten verlegt werden.
Auf Veränderungen achten
Während der Sommermonate lohnt es sich, das Pferd regelmäßig zu beobachten. Veränderungen im Fressverhalten, der Trinkmenge oder der Leistungsbereitschaft können Hinweise darauf sein, dass der Organismus stärker belastet ist.
Eine gute Körperkondition, ein glänzendes Fell und ein ausgeglichenes Verhalten sind oft Anzeichen dafür, dass Fütterung und Haltung gut aufeinander abgestimmt sind.
Sommer bedeutet auch Weidepflege
Nicht nur das Pferd selbst, sondern auch die Weide verdient Aufmerksamkeit. Überständiges Gras, giftige Pflanzen oder verschmutzte Wasserstellen können die Futterqualität beeinträchtigen. Regelmäßiges Absammeln von Pferdeäpfeln, Nachmähen und Kontrollieren der Weide helfen dabei, die Futtergrundlage langfristig zu erhalten.
Die Sommer-Checkliste für Pferdehalter
- Frisches Wasser jederzeit bereitstellen
- Tränken regelmäßig reinigen
- Hochwertiges Heu anbieten
- Weide regelmäßig kontrollieren
- Fütterungszeiten an Temperaturen anpassen
- Training möglichst in die Morgen- oder Abendstunden legen
- Das Pferd täglich auf Veränderungen im Verhalten oder der Kondition beobachten



