Der unsichtbare Leistungsfresser: Oxidativer Stress beim Pferd – warum viele Pferde betroffen sind, ohne dass ihre Besitzer es bemerken

Emily Schelldorf • 27. Juli 2026

Oxidativer Stress – ein Begriff, den viele Pferdebesitzer noch nie gehört haben

Dein Pferd wirkt müde, regeneriert nach dem Training langsamer oder verliert trotz guter Haltung an Leistungsbereitschaft? Nicht immer steckt eine offensichtliche Erkrankung dahinter. Ein oft unterschätzter Faktor ist oxidativer Stress.

Er entsteht täglich im Körper jedes Pferdes. Problematisch wird es jedoch, wenn freie Radikale überhandnehmen und die natürlichen Schutzmechanismen nicht mehr ausreichen.

Was ist oxidativer Stress überhaupt?

Während des normalen Stoffwechsels entstehen sogenannte freie Radikale. Diese hochreaktiven Moleküle sind grundsätzlich nichts Ungewöhnliches und übernehmen sogar wichtige Aufgaben im Körper.



Werden jedoch zu viele freie Radikale gebildet oder stehen zu wenige Antioxidantien zur Verfügung, entsteht ein Ungleichgewicht. Genau dieses Ungleichgewicht bezeichnet man als oxidativen Stress.

Die Folge: Zellen, Muskeln und Gewebe können stärker belastet werden.


Wann entsteht oxidativer Stress besonders häufig?

Viele Situationen im Pferdealltag können die Bildung freier Radikale erhöhen.

Dazu gehören unter anderem:

  • intensives Training
  • Turniere
  • Transporte
  • hohe Temperaturen
  • Erkrankungen
  • Verletzungen
  • Fellwechsel
  • steigendes Alter
  • psychischer Stress

Gerade Sportpferde oder Pferde mit regelmäßigem Training sind hiervon häufig betroffen.


Mögliche Anzeichen

Oxidativer Stress lässt sich nicht einfach "sehen". Dennoch gibt es Hinweise, die viele Besitzer beobachten:

  • langsamere Regeneration
  • nachlassende Leistungsbereitschaft
  • stumpfes Fell
  • erhöhte Infektanfälligkeit
  • Muskelverspannungen
  • Müdigkeit
  • längere Erholungsphasen nach Belastung

Diese Symptome können selbstverständlich auch andere Ursachen haben. Deshalb sollte bei anhaltenden Beschwerden immer tierärztlicher Rat eingeholt werden.


Warum Antioxidantien so wichtig sind

Der Körper verfügt über eigene Schutzmechanismen gegen freie Radikale. Unterstützt werden diese durch sogenannte Antioxidantien.

Zu den bekanntesten gehören unter anderem:

  • Vitamin C
  • Vitamin E
  • Selen
  • sekundäre Pflanzenstoffe wie Curcumin

Sie tragen dazu bei, Zellen vor oxidativem Stress zu schützen und die natürlichen Abwehrmechanismen des Körpers zu unterstützen.


Welche Rolle spielt Curcumin?

Curcumin ist der natürliche Pflanzenstoff aus der Kurkumawurzel und wird seit vielen Jahren wissenschaftlich untersucht.



Besonders interessant ist seine antioxidative Wirkung. Allerdings wird herkömmliches Curcumin vom Körper nur begrenzt aufgenommen.


Hier bieten liposomale Formulierungen einen Vorteil, da sie die Bioverfügbarkeit verbessern können.


Warum auch Vitamin C sinnvoll sein kann

Pferde können Vitamin C grundsätzlich selbst bilden. In Phasen erhöhter Belastung – etwa bei intensivem Training, Transporten oder Erkrankungen – kann der Bedarf jedoch steigen.



Vitamin C unterstützt den antioxidativen Schutz des Körpers und spielt außerdem eine wichtige Rolle für das Immunsystem sowie die Kollagenbildung.

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